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Erfahrungsberichte

Erfahrungsberichte: ASSIST-Stipendiaten berichten über ihr Auslandsjahr

Hier findest du Erfahrungsberichte von Schülerinnen und Schülern aus mehreren Jahrgängen. Sie waren an verschiedenen Schulen in mehreren amerikanischen Bundesstaaten und haben vieles erlebt, manches ähnlich, manches unterschiedlich, so wie auch du deine ganz eigenen Erfahrungen sammeln wirst.

Eines haben sie gemeinsam: sie alle haben durch ASSIST eine lebensverändernde Erfahrung gemacht, die sie geprägt hat. Ihre Begeisterung für ASSIST teilen sie mit einem Netzwerk von über 5.000 ASSIST-Alumni.

Stella Adler, The Madeira School, Virginia, 16/17

Stella hat ihr ASSIST-Jahr in einem Video zusammengefasst:

 

Und so waren Stellas Ferien in Florida:

Henriette Gust, The Baldwin School, Pennsylvania, 16/17

Als ich vor einem Jahr Deutschland verlassen habe dachte ich, dass das Abschied nehmen in Deutschland das Schwerste sein würde. 10 Monate später wurde mir jedoch das Gegenteil bewiesen, und diese 10 Monate in den USA wurden unter anderem die 10 besten Monate meines Lebens. Ich habe so vieles Neues gelernt, unvergessliche Dinge erlebt, ich habe mich verändert und bin älter und erfahrener geworden und so vieles mehr. Vor allem habe ich jedoch viele neue, interessante und hilfsbereite Menschen kennengelernt und unzählige neue Freundschaften geschlossen und spätestens an meinem Abreisetag wurde mir klar, dass diese Menschen nicht nur mein Leben verändert haben, sondern ich umgekehrt auch ihre. Außerdem wurde mir klar, dass es möglich ist, in weniger als 10 Monaten unvergessliche Freundschaften zu schließen.

Nie werde ich vergessen, wie meine ganze Klassenstufe, über 70 Mädchen, mich an meinem letzten Tag verabschiedet hat, mit Tränen und Geschenken, jedoch vor allem mit einer Gruppenumarmung von uns 70 Mädchen und Freunden. Diesen Moment, der zu einem der besten Momente der 10 Monate gehörte, werde ich nie vergessen. Auch hier lernte ich etwas Neues - wie auch in den vorherigen 10 Monaten - denn die Umarmung zeigte mir, dass eine noch so kleine Geste wie eine Umarmung einen großen Unterschied machen kann! Danke, Assist!

 

 

Kira von Boehmer, The Pennington School, New Jersey, 16/17

Ein Jahr, tausend Möglichkeiten

Vorerst möchte ich mich einmal vorstellen, ich bin Kira von Boehmer, mittlerweile 17 Jahre alt und habe mein gesamtes Leben, bis zum letzten Jahr, meinem ASSIST-Jahr, in Hannover verbracht. Ich habe zwei jüngere Geschwister, die ich für dieses Jahr ganz meinen Eltern überlassen habe. Ab dem Zeitpunkt, an dem ich in den Flieger in Richtung USA gestiegen bin, ohne meine Eltern oder Geschwister, habe ich realisiert, jetzt wird es ernst, jetzt bin ich (endlich) eigenverantwortlich.

Wenn ich jetzt an den Anfang meines Jahres zurückdenke, muss ich sagen, dass wirklich alles mögliche passiert hätte können und ich hätte es hingenommen, weil ich schlicht und einfach nicht wusste, was mich erwarten würde. Ich habe eine komplett neue Schule kennengelernt, eine komplett neue Familie, komplett neue Haustiere und eine komplett neue Stadt. In den ersten Wochen ist eine Menge passiert, ich habe jeden Tag etwas Neues oder jemanden Neuen kennengelernt, es ist so viel passiert, sodass es mir unmöglich war, alles sofort zu realisieren.

Schon in den ersten Wochen ist meine Gastfamilie mit mir in den Urlaub gefahren. Ich habe auch hier in den USA einen Gastbruder und eine Gastschwester, aber beide sind älter als ich. Ich habe ihr Ferienhaus in Vermont kennengelernt, und ich muss sagen, ab diesem Zeitpunkt habe ich realisiert, dass mich von nun an ein komplett anderes Jahr erwartet. Meine Gastgeschwister haben mich wie eine richtige Schwester behandelt, mir wurden unglaublich viele Dinge erklärt und mir wurde immer geholfen, ob mit der Sprache oder anderen Dingen. Nach wenigen Wochen, nachdem ich gemerkt habe dass ich nicht nur drei Wochen Urlaub mache, sondern ein Auslandsjahr, habe ich angefangen, mich richtig wohlzufühlen - und das vor allem Dank der Gastfreundlichkeit meiner Gastfamilie.

Nur ein paar Wochen später kam die nächste Hürde in meinem Jahr. Ich musste in die Pennington School einziehen, um mit der Schule loszulegen. Wenn ich an meine ersten Wochen in der Schule denke, muss ich immer an einen ganz besonderen Tag denken, und zwar an einen Samstag an einem der ersten Wochenenden, an denen alle Boarding Students nach New York gefahren sind. Wir durften uns frei  bewegen, solange wir uns in kleinen Gruppen aufhielten. Ich bin zusammen mit einem Mädchen aus Spanien, einem aus Finnland und einem aus Österreich herumgelaufen, welche bis heute noch zu meinen besten Freunden zählen. Es war einfach ein wunderschönes Gefühl zu viert, alle aus komplett anderen Ländern, mit komplett anderen Erfahrungen, die Stadt zu erkunden. Nachdem wir Leute nach Wegen oder Auskunft gefragt haben, haben diese uns interessiert gefragt, woher wir denn kommen, und wir begannen alle vier Ländern aufzuzählen, und direkt danach waren die Leute unglaublich interessiert und freundlich zu uns. Es war eine komplett neue Erfahrung und eine komplett neue Stadt, aber ich habe gelernt, wie viel Hilfsbereitschaft und Höflichkeit von Mitmenschen eigentlich ausmacht.

Natürlich gab es auch schwierigere Zeiten. Am Anfang war es schwer, sich in der großen, neuen Schule zurecht zu finden. An Weihnachten und meinem Geburtstag war es schwer, den Tag ohne meine Familie zu verbringen und manche Tage kamen mir einfach ewig lang vor. Außerdem war es für mich anfangs ziemlich schwer, mich daran zu gewöhnen auf einmal größere Geschwister zu haben. Mein Leben lang hatte ich nur kleinere und ich habe ihnen geholfen, aber jetzt war ich die Kleinere, der geholfen und erklärt wurde. Ich muss aber ehrlich sagen, ich hatte das ganze Jahr kein Problem, zu dem ich keine Lösung fand oder an das ich mich nicht innerhalb kürzester Zeit gewöhnt hätte. Meine Mitbewohnerin hat mich durch die Schule geführt, an meinem Geburtstag und Weihnachten habe ich ein bisschen länger mit meiner Familie oder Freunden geskypt und ansonsten hat die Schule hier einfach so viele Sportmöglichkeiten und Angebote, sodass ich nie wirklich Heimweh hatte oder traurig war. Die Sportmöglichkeiten waren übrigens auch eines meiner Highlights des Jahres! Es hat mir unglaublich Spaß gemacht, neue Sportarten wie Track und Lacrosse, auszuprobieren oder für mich bekannte Sportarten, wie Tennis, zu spielen. Es war eines der besten Gefühle, Teil eines Teams zu sein und zusammen gegen andere Schulen anzutreten.

Zusammenfassend kann ich nur sagen, dass ich dieses Jahr auf jeden Fall meinen jüngeren Geschwistern empfehlen kann, da dieses Jahr wirklich einmalig für mich war und ich nicht nur eine Menge über die Kultur und Geschichte der USA gelernt habe, sondern auch unglaublich viele neue Menschen kennengelernt habe: Familie, Freunde und Teammitglieder, mit denen ich definitiv weiterhin in Kontakt bleiben werde.

Highschool Schüler  Stipendiaten

Louisa von Peterffy-Rolff, Kents Hill School, Maine, 16/17

Dieses Jahr war ein sehr spannendes, erlebnisreiches und interessantes Jahr für mich. Ich habe viele neue Eindrücke gesammelt, sehr viel über die Kultur und Sprache gelernt und ganz viele tolle Leute kennengelernt. Durch dieses Jahr habe ich auch gelernt, die Welt und mein Heimatland von einer ganz anderen Seite zu sehen. Ich habe auch gemerkt, dass mir nun die Türen fast überall auf der Welt offen stehen, durch mein Englisch. Möglicherweise werde ich im Ausland studieren und später vielleicht auch dort leben.

Allerdings gab es für mich auch eine schwierige Zeit, denn Weihnachten konnte ich nicht gewohnheitsmäßig  mit meiner Familie verbringen. Dies war aber nicht ganz so schlimm, da ich ja meine wundervolle Gastfamilie hatte, die mir ein traditionelles Weihnachten in den USA gezeigt hat.

Es gab in diesem Jahr auch Erlebnisse, die ich so schnell nicht vergessen werde, wie z.B. Skifahren mit dem Headmaster und ein paar sehr netten Freunden, oder shoppen gehen in Boston, oder auch unsere Projekttage in der ersten Schulwoche. Wir sind zelten gegangen im Acadia National Park und tagsüber waren wir zusammen Kanu fahren, haben eine Fahrradtour gemacht und waren wandern. Außerdem liebte ich auch den Sport an der Schule. Meine Sportarten waren dort Reiten, Fechten und Skifahren. Besonders haben mir all die Rennen und Wettbewerbe gefallen und ich wünschte, dass Sport in deutschen Schulen auch soviel gefördert werden würde.

Wenn ich noch einmal die Entscheidung haben würde, dieses Jahr noch einmal zu erleben, würde ich das auf jeden Fall tun! Dieses Jahr wird mir immer in Erinnerung bleiben und ich bin Assist dafür sehr dankbar.

Paul Strothmann, Rabun Gap-Nacoochee School, Georgia, 15/16

STUDENTS, LEAD THE WAY! Mit diesen vier Worten schickte unser Schulleiter Dr. Sgro die Schüler in die Sommerferien und mich schickte er quasi direkt nach Deutschland zurück. Der offizielle Teil meines Auslandsjahrs war vorbei und mir wurde klar, wie sehr mich dieses Motto und die Schule selbst geprägt haben: Das intensivste, lehrreichste, faszinierendste und schönste Jahr meines Lebens war gerade mit diesen Worten beendet worden und ich merkte, wie sehr mir Rabun Gap ans Herz gewachsen war. Aber jetzt nochmal von Anfang an:

Als ich im Frühjahr 2015 die Zusage von ASSIST bekam, hatte ich keinerlei Vorstellung, was mich in einem Internat auf einem anderen Kontinent, genauer gesagt: in den Südstaaten von Amerika, erwarten würde. Ganz sicher hatte ich nicht damit gerechnet, dass ich jemals mit Krawatte und Anzug in die Schule gehen oder mir mit 25 Jungen Bad und Küche teilen würde. Dementsprechend aufregend waren auch die ersten Wochen in der Rabun Gap-Nacoochee School, Georgia. Eine neue Schule, eine neue Kultur, eine, nein viele neue Freundschaften, ein komplett veränderter Tagesablauf und ja, auch ein neues Zuhause! Und nach einem Jahr, in dem ich auf Englisch gelernt, gesprochen und geträumt habe, hätte ich es fast vergessen zu erwähnen: auch eine neue Sprache. Ein Buch zu lesen und plötzlich zu merken, dass das Lesen auf Englisch genau so einfach geht wie auf Deutsch. Great!!!

Freunde berichteten mir vor meinem Abflug, wie locker die Schule in Amerika sei. Das mag für öffentliche Schulen gelten, nicht aber für Privatschulen wie Rabun Gap. Dadurch, dass es nur sieben Fächer für jeden Schüler gibt und durchschnittlich neun Schüler in einem Kurs sitzen, ist das Lernen sehr intensiv, aber mit der Zeit wird man unglaublich effektiv.

Zudem spielen auch Hausaufgaben eine deutlich größere Rolle als bei uns, denn sie werden als fester Bestandteil des Unterrichts gesehen, und aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es sehr schnell herauskommt, wenn man sie nicht macht. Man lernt sich also zu organisieren, um nicht zu viele Demerits (Strafpunkte) anzusammeln – wer will schon morgens vor dem Frühstück in der Aula einen Aufsatz schreiben? Ich jedenfalls wollte nicht.

Eine Hilfe beim Hineinfinden in diese neue Welt war die enge Bindung zwischen Schülern und Lehrern. Unter anderem hatte jeder Schüler einen 'eigenen' Advisor und es kam oft vor, dass die Lehrer, die man am Vormittag hatte, am Nachmittag als Coach fungierten. Besonders spannend fand ich persönlich das Fach US History mit Dr. Miller, einem ehemaligen Rechtsanwalt, der uns ein sehr facettenreiches Bild von amerikanischer Geschichte vermittelte und seine Kontakte dazu nutzte, interessante Persönlichkeiten in den Unterricht zu holen. Am Nachmittag coachte er das Golf-Team.

Denn auch nach dem Unterricht war der Tag in Rabun Gap noch nicht zu Ende, am Nachmittag ging es actionreich weiter. Zwei Stunden Sport waren Pflicht. Im ersten Trimester entschied ich mich für Soccer – immerhin komme ich aus dem Land des amtierenden Weltmeisters.

Zum Entsetzen meiner Eltern probierte ich im zweiten Trimester den bei uns nicht so bekannten Sport Wrestling aus, was weniger das ist, für das man es spontan hält; Ringen wäre die adäquate Übersetzung. Im Nachhinein war das eine meiner besten Entscheidungen, denn ich wurde Teil einer großartigen Mannschaft mit einem noch großartigeren Teamgeist.

Die Erfahrungen, die ich im täglichen Training und auf den Turnieren in etlichen Bundesstaaten machen durfte, waren den Aufwand und die körperlichen Leiden allemal wert! Einer dieser Erfahrungen war es, unter 140 Kilo Muskelmasse meines Trainers zu liegen, aber „hard work pays off“, wie Coach Ledford zu sagen pflegte, auch wenn die Arbeit in diesem Fall ziemlich hart auf mir lag …

Man sieht: Wrestling ist fordernd, auch weil es neben hartem Training und anstrengenden Wettkämpfen auch darauf ankommt, sein Gewicht zu halten oder möglichst sogar zu reduzieren; eine leichtere Gewichtsklasse bedeutet – gerade für einen Anfänger wie mich – etwas einfachere Gegner. Dass Rabun Gap in diesem Jahr das erste Mal unsere ‚Conference‘  im Wrestling gewann, lag vermutlich trotzdem nur zu einem sehr geringen Teil an mir – aber mit Sicherheit an unserem Teamgeist und an unserem Willen, nie aufzugeben.

Die Ferien gaben mir die Möglichkeit, bei Freunden in amerikanischen Familien zu leben und dabei ein vielseitiges Land aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu sehen. Gerade der ‚election cycle‘, die Wahl des nächsten US-Präsidenten, war ein aufregendes Thema, das durchaus Spaltungspotential barg, selbst innerhalb einer Familie. So habe ich  viel über die Politik und die Geschichte des Landes gelernt, dadurch gucke ich heute ganz anders auf die Nachrichten, die uns hier in Deutschland aus den USA erreichen.

Weihnachten verbrachte ich mit meinem besten Freund Carter und seinen Eltern in Pensacola, Florida – bei 35 Grad Celsius Hitze am Strand. Am 25. Dezember schwammen wir im Meer und machten eine Kanutour. Das Wetter zur gleichen Zeit in Hamburg: bedeckt, vereinzelte Schauer, 3 Grad Celsius.

Auf einer anderen Reise waren wir in Disneyland und in Epcot, einem Erlebnispark in Orlando. Dort ist ein deutsches Dorf aufgebaut. Hier konnte ich sehen, was Amerikanern als erstes einfällt, wenn sie an Deutschland denken: Bratwurst, Bier und Brot. Ich persönlich hoffe, dass ich bei meinen Freunden und Mitschülern deutlichere, tiefere Eindrücke hinterlassen habe.

Viel zu schnell näherte sich auch das dritte Trimester seinem Ende. Mit dem AP-Exam in Biologie stand für mich zum Ende meines Auslandsjahres einer der schulischen Höhepunkte an. Am Wochenende vorher lernten mein Freund Bruce und ich gefühlte 40 Stunden - bis nachts um zwei. Da waren es noch fünf Stunden bis zum Examensbeginn. Netto vier Stunden Schlaf. Bestanden haben wir beide.

ASSIST-Schüler, die nur ein Jahr an einer amerikanischen High School eingeschrieben sind, machen einen Abschluss ‚außer der Reihe‘, weil sie sich nicht direkt für die weiterführenden Colleges bewerben. Auch wenn viele von uns es sicher gerne täten! Zwar war für mich war der Anreiz groß, mit einem wirklich guten Zeugnis nach Hause zurückzukehren. Bei meinen amerikanischen Freunden aber zählte jede Note, um einen der begehrten Plätze an einer Top-Uni zu ergattern.  Zweimal hatte ich die Chance, mit meinen Freunden Chris und Carter ihre zukünftigen Universitäten und Colleges zu besuchen, unter anderem das Citadel in South Carolina. Es war sehr  beeindruckend. Jetzt überlege ich ernsthaft, später im Ausland zu studieren.

Mein Jahr in den USA war eine tolle Zeit, in jeder Hinsicht. Und es war ein Privileg, so viel Außergewöhnliches zu sehen und zu erleben. Seit Juni bin ich zurück in Hamburg, einen Teil meiner neuen Familie aber habe ich in Rabun Gap zurückgelassen. Nicht für immer: Chris plant im Rahmen seines Studiums ein Auslandssemester in Hamburg zu verbringen, Carter wird im nächsten Sommer nach Deutschland kommen und neu gewonnene Freunde aus Florida hatten wir gerade erst zu Besuch in Hamburg. So ist das Jahr für mich doch noch nicht zu Ende - und wird hoffentlich noch lange dauern!

Mit den neuen ASSIST-Schülern würde ich sofort tauschen und das Abenteuer von vorne beginnen lassen.

In diesem Sinne: Students, lead the way!

Alexandra Bittner, Garrison Forest School, Maryland, 15/16

My US-High-School-Year 2015/2016

 

This time this is my fight song
Prove I'm alright song
Take back my life song
My powers turned on
Starting right now I'll be strong
I'll play my fight song
And I don't really care
If nobody else believes
Cause I've still got
A lot of fight left in me

-Fight Song, by Rachel Platten, 2015

 

Dieser Song begleitete mich durch die schwierigste Zeit meines Auslandsjahres. Fünf Wochen nach meiner Ankunft an der Garrison-Forest-All-Girls-High-School in Baltimore, Maryland, habe ich mir meinen Meniskus während eines Field Hockey Games gerissen, ... mit Knieoperation und Vollnarkose eine Woche später.

Aber der Reihe nach: Flug Frankfurt - Boston am 18. August 2015. Danach ging es per Bus weiter von Massachusetts nach Connecticut zur ASSIST-Orientation in der Pomfret-School. 4 Tage zusammen mit 178 ASSIST-Schülern aus 21 Ländern und 4 Kontinenten. Very international. Und dann noch sightseeing in Boston und an der Harvard-University, dem Traum vieler Studenten. Das war ein toller Einstieg.

Nach nur vier Tagen musste ich mich leider von meinen gerade neu gewonnenen ASSIST-Freunden schon wieder verabschieden, ... und für 10 Monate auch von der Deutschen Sprache. Denn ich war die einzige Deutsche an meiner US-High-School.

So komisch es klingt und so schwierig es anfangs war: Im Rückblick bin ich heute dankbar, dass es kein Entrinnen gab. Ich musste Englisch sprechen, bei jeder Gelegenheit, den ganzen Tag. Und so fing ich bereits sehr früh an, auch in Englisch zu träumen. Bei manchen meiner chinesischen und spanischen bzw. mexikanischen Mitschülerinnen hingegen konnte ich beobachten, dass sie oft das Gespräch auf Chinesisch oder Spanisch suchten, mit der Konsequenz, dass sich chinesische und spanisch-mexikanische Cliquen bildeten. Deshalb habe ich mich lieber gleich den American girls angeschlossen, weil ich dort mitreden konnte. Das förderte meine schnelle Integration in den American way of life. Das Mitmachen in Sportteams unterstützte den Integrationsprozess zusätzlich.

Frisch angekommen in Baltimore war ich das erste Mal in meinem Leben wirklich auf mich alleine gestellt, und das in einem bis dahin mehr oder weniger unbekannten Land. Nicht immer einfach, aber nach den ersten Wochen wusste ich, dass ich es auch ohne meine Eltern schaffe.

Nach einen Tagen in meiner Gastfamilie bezog ich mein Zimmer auf dem Campus meiner Schule. Am 1. September begann dann auch schon der Unterricht. Ich war wirklich aufgeregt. Da ich aber in der Woche zuvor schon am Hockey-Training teilgenommen habe, kannte ich schon einige Mädels. Sehr geholfen hat mir auch Tessa, mein roomie, mit der ich heute sehr gut befreundet bin. Ich hoffe, sie kommt mich nächstes Jahr hier in Deutschland besuchen.

Anfangs war alles noch sehr neu, doch schon nach zwei Wochen liebte ich meinen vollen, aber strukturierten Tagesablauf, die kleinen Klassen, das persönliche Verhältnis zu den Lehrern, den im Verhältnis zu Deutschland sehr abwechslungsreichen und interessanten Unterricht, den täglichen Sport und das Leben mit day und boarding students auf dem Campus.

An den Wochenenden gab es schulorganisierte Städtetrips nach Baltimore-Downtown, nach Washington D.C. und New York City. Andere weekend activities waren zum Beispiel Shoppen/Essen/Kino gehen, Lasertag spielen oder zum Meer fahren und baden. Bei diesen Aktivitäten konnte ich die anderen boarding students noch besser kennenlernen und Freundschaften mit Schülerinnen aus der ganzen Welt schließen, zum Beispiel mit "Paris", meiner neu gewonnenen Freundin aus China.

Nach nur fünf Wochen hatte ich mich super eingelebt. Ich freute mich auf die bevorstehende sleepover party meines Hockey-Teams im Elternhaus einer Mitspielerin. Doch dann: Bei einem Hockey Spiel passierte der Unfall: Angerissener Meniskus.

Das war natürlich zunächst ein riesen Schock. Ich hatte doch gerade einen so guten Lauf im Hockey, acht Tore in fünf games und hatte bereits nach kurzer Zeit viele Freundschaften mit teammates geschlossen. Innerhalb weniger Wochen war ich mehrfach zu Geburtstagen und sleepovers eingeladen. Lob durch meine Trainerin, die ich mochte und die mich mochte. Sollte das, was so gut begann nach nur fünf Wochen schon wieder vorbei sein? Würde ich bald wieder mitspielen können? Oder war die Hockeysaison für mich damit gelaufen? Würde ich im kommenden Winter Ski fahren können? Oder sollte ich die großzügige Einladung von Leanne, eine meiner neuen US-Freundinnen, zum Skiing in Aspen, Colorado, während spring break jetzt nicht besser absagen? Das wäre dann doppeltes Pech. Und wie würden meine Eltern reagieren?

Zum Glück trösteten sie mich und halfen mir, so gut das über den Atlantik hinweg ging. Aber ich bekam schon mit, dass sie sich Sorgen machten. Verkraftet ihr Kind diesen Rückschlag? Körperlich sicher, aber auch mental? Ist sie niedergeschlagen, gar depressiv? Wer kümmert sich um sie vor, während und nach der Vollnarkose und Knieoperation? Ist jemand ihres Vertrauens aus der Schule dabei? Sie kann sich doch nach erst fünf Wochen in den USA noch nicht so gut ausdrücken gegenüber Ärzten und Krankenschwestern?  Ich habe diese Sorgen meiner Eltern gespürt, und es hat mich schon belastet, ihnen Kummer zu bereiten.

Aber da waren Lizzie und Leanne, meine neuen US-Freundinnen. Mit ihnen und mit Tessa und Paris habe ich damals schon (und heute erst recht) vieles besprechen können. Und da war unsere Hockey-Trainerin Suzanne Rossi, die sich mütterlich-liebevoll um mich gekümmert hat. Zusätzlich zur Krankenschwester meiner Gastschule war sie da, als ich nach der Operation aus der Vollnarkose aufwachte. Zusammen mit dem ganzen Hockey-Team besuchte sie mich am Nachmittag desselben Tages im Sanitary-Room unserer Schule. Sie brachten mir Karten, Ballons, Süßigkeiten und einen Teddy mit. Das fand ich total lieb und hat mich gleich wieder aufgebaut.

Die Wochen nach der Operation konnte ich zwar nicht mitspielen. Aber ich war immer dabei, beim Training und bei den weiteren Games meines Teams. Ich machte mich an der Seitenlinie nützlich, durch Anfeuern, als Service-Dienstleister und manchmal auch als Co-Coach. Außerdem habe ich in diesen Wochen Aufnahmen von der Seitenlinie gemacht, die ich später zu einem Videofilm zusammengeschnitten habe. Der kam bei unserer Feier zum Abschluss der Saison sehr gut an. 

Nach Thanksgiving begann das zweite Trimester. Die Hockeysaison war vorbei. Die Basketballsaison begann. Und ich war von Anfang an voll dabei. Keine Schmerzen. Keine unliebsamen Erinnerungen an Unfall und Operation. Und die Gewissheit, dass mein Knie wieder belastbar ist. Neues Team. Neues Glück. Wieder Geburtstagseinladungen und Sleepover, nur andere Mitschülerinnen. Mitte Februar gewannen wir sogar die C-Championship aller privaten High-Schools in Maryland. Und ich mitten drin.

Im dritten Trimester habe ich wieder eine neue Sportart ausprobiert: Lacrosse, das Spiel, das die Amerikaner von den indianischen Ureinwohnern übernommen haben. Zum ersten Mal in meinem Leben war ich Torwart, Goalie, weil sich niemand fand, der das machen wollte. Und tatsächlich: Der harte Vollgummiball hat mir zahlreiche blaue Flecken beschert, trotz Schutzhelm und Schutzkleidung.  Wichtiger aber: Das Team, und der Team-Spirit. I love it.

Was bleibt von meinem US-High-School-Year? Sehr viel Positives. Und die Einsicht:

Rückschläge wie meine Verletzung können überall passieren. Wichtig ist wie man damit umgeht. Es hilft nicht zu jammern, in Selbstmitleid und Heimweh zu verfallen, die Gastschule oder das Gastland verantwortlich zu machen, denn ich habe gelernt, dass es besser ist, Vertrauen zu haben, in Schüler, Lehrer und all die anderen Menschen im Gastland. Insgesamt habe ich sehr viel Unterstützung und Hilfe bekommen.

Was mindestens genauso wichtig ist: Wir müssen an uns selber glauben, daran, dass wir das schon irgendwie hinkriegen.

"You can. You will", so das Motto meiner geliebten Gastschule! 

Paula Gillich, St. Andrew's Sewannee School, Tennessee, 15/16

Mein Jahr in den USA was das schönste Jahr, das ich bis jetzt erleben durft. Gleich am ersten Tag, als ich in meiner Schule ankam, wurde ich gefragt, ob ich mit einigen Leuten auf eine kleine Wanderung zu einem der schönsten Plätze auf unserem Campus mitkommen will. Am Anfang war ich noch etwas skeptisch und vor allem müde, aber natürlich habe ich mich dazu entschlossen mitzukommen. Zu dem Ausssichtspunkt waren es nur ca. zwei Kilometer aber die Konversationen und die Eindrücke, die ich in dieser kurzen Zeit bekommen, sind sehr wertvoll für mich.

Als wir dann ankamen, und ich die Aussicht über das ganze Tal gesehen habe, wusste ich: Ich habe die richtige Entscheidung getroffen, dass ich für ein Jahr nach USA gehe. Ich werde ein tolles Jahr haben.

Über das ganze Jahr bin ich mindestens alle zwei Wochen einmal zu dieser einen Stelle gelaufen, und wenn es mal nicht so gut gelaufen ist oder ich mich schlecht gefühlt habe, dann hat mir dieser Platz Mut gegeben nicht aufzugeben, sondern wieder glücklich zu ein. Ich erzähle von dieser Erfahrung oder Erinnerung, weil ich diese als Metapher für das ganze Jahr sehe. Am Anfang was ich skeptisch und ängstlich aber die Leute, Lehrer und Freunde an meiner Schule und vor allem ASSIST haben mir Mut gemacht und mir einen Stoß gegeben, mich zu trauen. Ich bin so dankbar für alles, was ASSIST für mich getan hat und wie ich durch das ganze Jahr begleitet worden bin.

Anna Schulze Altcappenberg, Fountain Valley School of Colorado, Colorado, 15/16

Wieder zurück in der Großstadt, gucke ich raus aus dem S-Bahn Fenster und sehe den Himmel. Er ist komplett mit Wolken überzogen. In der Spiegelung bemerke ich die Menschen. Ohne Glanz in den Augen starren sie ausdruckslos aneinander vorbei. Ihr Alltag, der mit so viel Stress verbunden ist, veränderte diese Menschen. Das Ein- und Ausatmen kann nicht mehr Leben genannt werden. Das ist nur noch Überleben und es ist nicht genug für diese einzigartige Chance, welche wir alle nur einmal haben.

Ich habe in diesem Auslandsjahr diesen Unterschied angefangen wahrzunehmen. Spontanität, einfach mal eine Chance zu ergreifen, etwas komplett Neues zu erleben, neue Menschen und Beziehungen zu bilden, Träume zur Wirklichkeit zu machen und sie nicht einfach in den Hintergrund des Kopfes zu drängen, das ist Leben. Die Menschen, die immer nur das Selbe kennen, die nie den Standpunkt und damit die Sicht auf Dinge ändern, wissen nicht, wie groß, unterschiedlich und außerordentlich schön die Welt ist. So vieles Wunderbare bleibt ihnen verborgen. Für dieses Verstehen muss man Dinge aufgeben, man muss sich trauen, sich auf all das Neue einzulassen, aber am Ende gewinnt man mehr. Man wird nicht zu einem komplett anderem Menschen- immer noch werden wir alle Fehler machen und Unsicherheiten werden wieder und wieder aufkommen, aber man ist trotzdem ein besserer Mensch als zuvor.

Und dieser kleine Unterschied ist es, der mich in der S-Bahn lächeln lässt weil ich die Schönheit der Welt durch die Sonne, den Himmel, die Natur und die Menschen bestaune.

Juliana Zelder, St. Catherine’s School, Virginia, 15/16

¡Viva México!

Wie ich meine Spring Break verbrachte

Nach ein paar stressigen Monaten voller Arbeiten zu Beginn des neuen Jahres, war es Anfang März endlich so weit: die lang ersehnte Spring Break – die Osterferien—stand an. Was in Deutschland normalerweise zweieinhalb Wochen Pause für mich bedeutet, dauerte hier nur sieben Tage. Trotzdem ist mir meine Spring Break als eine Woche voller spektakulärer Erlebnisse be sonders in Erinnerung geblieben.

Der sechste März war endlich der erste Ferientag! Doch nichts mit Ausschlafen für mich; der Wecker klingelte um vier Uhr morgens und eine Stunde später sass ich im Halbschlaf auf der Rückbank des Autos der Familie einer Freundin auf dem Weg zum Flughafen. Im Süden ist die Spring Break für viele Amerikaner die Einstimmung auf den kommenden Frühling und die heissen Sommermonate und die beste Gelegenheit schon vorher ein wenig Wärme zu tanken und sich die erste Sonnenbräune anzueignen. Und was ist schon schöner, als Zeit am Meer zu verbringen? Richtig, Zeit am Meer mit Freunden zu verbringen! Aus diesem Grund wurde ich von meiner Freundin und ihrer Familie zu einer Woche Ferien in der Nähe von Cancun, Mexiko, eingeladen – und habe dieses fantastische Angebot natürlich angenommen. Hier sass ich nun also; eingequetscht zwischen meiner Freundin und ihrer jüngeren Schwester, sehr müde, aber auch sehr aufgeregt. Als wir ankamen, war der Flughafen ziemlich leer und schon bald waren wir durch die Sicherheits—und Passkontrollen und warteten am Gate auf den Abflug. Beide Flüge, der erste nach Atlanta und der zweite nach Cancun, verliefen reibungslos und ehe wir uns versahen, standen wir mit Gepäck beladen und umgeben von Palmen unter dem tropischen Himmel Mexikos in einer Autovermietung und warteten darauf, dass meine Freundin und ihre Mutter mit ihren Spanischkenntnissen glänzen und uns ein Auto besorgen konnten. Auch hierbei gab es keinerlei Probleme und schon bald brausten wir Richtung Meer. Die Wohnung, die wir uns für die Woche gemietet hatten, war nicht nur sehr geräumig, sondern hatte auch direkten Zugang zu einem Pool sowie einer kleinen Lagune und lag nur wenige Minuten von mehreren grossen Stränden entfernt. Als ich das erste Mal die Terrasse betrat, in die Sonne blinzelte und mir den Wind, der vom Meer kam, um die Nase wehen liess, konnte ich kaum glauben, dass alles um mich herum echt und nicht ein Foto aus einem Reisekatalog war. Es war paradiesisch! Die nächsten Tage verbrachte ich wie im Film: Schnorcheln in glassklarem Wasser, Schwimmen mit Meeresschildkröten und bunten Fischen, Sonnenbäder an weissen Sandstraenden und einem Besuch der Mayaruinen in Tulum.

Rückblickend kommt mir diese Reise nach Mexiko vor wie ein Traum; ich kann gar nicht glauben, dass ich das alles wirklich erlebt habe, weil es so schnell vorbei war und schon so weit weg liegt. Die tollen Erinnerungen und Fotos beweisen jedoch das Gegenteil und ich kann kaum glauben, was für eine einmalige, wundervolle Reise das war!

Karina Minx, Sandia Preparatory School, New Mexiko, 15/16

Das letzte Jahr ging vorbei wie im Flug. Es fühlt sich wie gestern an, als ich in Albuquerque, New Mexico gelandet bin, meine Gastfamilie zum ersten Mal traf und meinen ersten Schultag hatte. Alle auf meiner Schule waren vom ersten Moment offen und hilfsbereit. Es war leicht  Anschluss zu finden.

Was mich in diesem Jahr wahrscheinlich am meisten geprägt hat, waren die verschiedenen Sportarten, und damit verbunden die unglaublich tollen Menschen mit denen ich so viel Zeit verbracht habe.

Im Herbst habe ich von meiner ersten Schulwoche an Volleyball gespielt, was mir sehr geholfen hat neue Freundschaften zu knüpfen. Wenn ich zurückblicke bin ich froh, von Anfang an einen Sport gemacht zu haben, da es hilft Leute kennenzulernen und dich in die Schulgemeinschaft schnell einzuleben. Im Wintertrimester hatte ich schon begonnen Basketball zu spielen, und dann eines Tages kam meine Freundin und fragte mich, ob ich nicht mit ihr dem Schwimm-Team beitreten wolle. Zuerst war ich nicht begeistert, da ich ja schon im Basketballteam war aber sie brachte mich dazu es wenigstens einmal auszuprobieren. Was mich am Ende wahrscheinlich überzeugt hat, waren nicht die morgendlichen „practices“ von 6am bis 7am sondern die Herausforderung mal etwas Neues auszuprobieren. Und natürlich war da das Team, ohne welches ich wahrscheinlich spätestens zur „Winterbreak“ aufgehört hätte. Das gegenseitige Anfeuern bei den „meets“, die aufmunternden Worte und die vielen Lacher bei den „practices“ waren einfach unersetzlich. Natürlich hatte ich mit Basketball und Schwimmen vor und nach der Schule einiges zu tun und ich kann euch sagen, Ich hab nicht sehr viel Schlaf abbekommen. Für die wöchentlichen Pasta Partys vor den „swim meets“ war aber immer genug Energie vorhanden und die gehörten zu meinen Highlights der Woche.

Nachdem ich den Winter und somit Basketball und Schwimmen mit nur einem angebrochenen Finger überstanden hatte kamen nun die „Spring Sports“ an die Reihe. Wegen der Tennis Season war ich schon von Anfang des Schuljahres an aufgeregt gewesen und als dann noch unser Sport-Direktor auf mich zukam und mich ermutigte auch noch dem „Track & Field Team“ beizutreten konnte ich mal wieder nicht nein sagen. So hatte ich jeden zweiten Tag Track und die anderen Tage Tennis.

Nachdem ich nach meinen eigenen Trainings immer auf meinen Gastbruder warten musste, der selber „Lacrosse practice“ hatte, war das der Beginn meiner Liebe zum Sportlacrosse  welche mich dazu brachte an der Seite von drei meiner Freundinnen das Jungs Lacrosse Team zu managen. Natürlich war mein Stundenplan mit drei Sportarten mal wieder ziemlich voll und ab und zu kam ich auch ziemlich ins Schwitzen aber rückwirkend betrachtet war es das auf jeden Fall wert.

„Track“ war eine tolle Erfahrung und obwohl ich am liebsten nur Weitsprung gemacht hätte waren die Staffelläufe im Team mit zwei meiner besten Freundinnen nie langweilig auch wenn wir nicht immer zu den Besten gehört haben. Aber unsere Coaches haben uns immer unterstützt egal wie gut oder schlecht wir waren was ich persönlich super fand. Die Erfahrungen die ich mit meinem Tennis team gemacht habe kann man nicht mal in Worte fassen, und ich fürchte Tennis wird nie mehr so viel Spaß machen wie an Sandia Prep. “ Practices“ wurden nie langweilig besonders weil wir es nicht immer nur ernst genommen haben und in den verrücktesten Outfits ankamen. Die District Championships zu gewinnen war ein großartiges Gefühl, und die Donuts und Bagels nach jedem Spieltag haben natürlich auch eine große Rolle zu dem Sieg geführt.

Zu Lacrosse kann ich nur sagen das ich wahrscheinlich die beste Entscheidung dieses Jahr damit getroffen habe, Manager zu werden. Ich hätte nie gedacht dass ich mich in einer Gruppe von 35 Jungs und 3 Mädchen wie in einer Familie fühlen würde. Unsere Trips nach Texas und Colorado für Auswärtsspiele waren besondere Highlights der Season und natürlich auch die Tatsache dass wir zweiter in den State Championships geworden sind. Noch nie hat mich ein Sport so mitgerissen und begeistert und mir dabei so viele neue Erfahrungen und Freunde gebracht.

Zu guter Letzt konnte ich meine Erfahrungen und die konstante Präsenz bei den Lacrosse-Spielen nutzen und für meine  Filmklasse meine Abschluss Dokumentation über das erfolgreiche Jahr des Lacrosse Teams zu drehen. Das fand großen Anklang und hat viel Spaß gemacht.

Ich bereue nicht, dass ich sechs Sportarten gemacht habe denn jede einzelne war seine Erfahrung wert und jedes einzelne Team wurde wie eine Familie für mich mit denen ich jeden Tag mehrere Stunden verbracht habe. Viele Leute haben mich gefragt wie ich mehrere Sportarten überhaupt unter einen Hut gebracht habe und meine Antwort war immer „Ich weiß es nicht“. Ich hab es einfach gemacht und bin froh, dass ich mir so viel zugetraut habe denn ich hätte auf jeden Fall etwas verpasst.

Ich hätte nie gedacht dass ich in Albuquerque ein zweites Zuhause und besonders eine zweite Familie finden würde. Mein Gastbruder, der genauso alt wie ich ist, wurde wie ein Bruder für mich und ich bin ihm sehr  dankbar für alles was er für mich getan hat. All die engen Freundschaften die ich geschlossen habe und die Erlebnisse die ich gemacht habe sind unvergesslich. Ohne meine Gastfamilie, Freunde, Lehrer und Sportteams wäre das Jahr nie so schnell vergangen und jetzt zurückblickend merke ich, das die letzten 10 Monate eine unvergessliche Zeit sind und mich die Erinnerungen und Einblicke für immer verändert haben.

Ich kann es kaum erwarten, nächsten Sommer zurückzugehen um alle zu besuchen, aber am liebsten wäre ich noch ein Jahr geblieben.

Hannah Remmel, Salem Academy, North Carolina, 15/16

Zusammen und nicht allein

Also ehrlich gesagt weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll. Dieses Auslandsjahr hat mir nicht nur die Chance gegeben Einblicke in verschiedene Kulturen, Erfahrungen fürs Leben und eine neue Weltsicht zu erlangen, sondern auch die Möglichkeit ein paar meiner besten Freunde zu finden. Genau aus diesen Gründen würde ich mein Austauschjahr für nichts auf der Welt austauschen.

Da ich mir vor meinem Abflug in Deutschland wahrscheinlich die meisten Gedanken darüber gemacht habe wie es denn sein wird ein Jahr ohne meine Familie und Freunde im Internat zu leben und so ganz auf sich allein gestellt zu sein, will ich jetzt über meine Eindrücke bezügliche dessen schreiben.

 Ich kann mich noch ganz genau an den Tag erinnern an dem ich an meiner neuen Schule, die auch mein neues Zuhause für das kommende Jahr werden sollte, angekommen bin. Aus dem Flugzeug ausgestiegen, erwarteten mich und die drei anderen Assist Stipendiatinnen, die die Salem Academy dieses Jahr ebenfalls besucht haben, einige unserer neuen Mitschülerinnen. Meine Nervosität war nicht in Grenzen zu halten. Ganz besonders eine Frage schwebte mir schon seit Längerem im Kopf herum: Werde ich schnell Anschluss finden? Alle meine Zweifel und Ängste waren jedoch sofort wie weggeblasen, da meine neuen Mitschülerinnen so viel Vorfreude auf das kommende Jahr mit uns ausstrahlten und uns Austauschschüler direkt mit offenen Armen aufnahmen. Ich habe mich sofort dazugehörig gefühlt und dieses Gefühl hat sich auch das ganze Jahr über nicht mehr geändert. Klar, wenn man sich täglich im Schulleben sieht; die Hälfte der Schülerinnen im Internat leben und man deshalb zusammen im selben Gebäude wohnt; durch Sportmannschaften ein wiederum intensiveres Gruppengefühl entsteht; die zahlreichen Schulveranstaltungen einander noch enger bringen und die ganze Schule sowieso nur aus „Salem Sisters“ und nicht aus Klassenkameradinnen besteht, dann ist es offensichtlich, dass ich nicht alleine ein Jahr im Ausland verbracht habe, sondern als Teil meiner neuen Familie, durch die ich Freundschaften fürs Leben gewonnen habe.

Svenja Nitschke, St. Timothy's School, Maryland, 15/16

Am 18.08.2015 begann das große Amerika Abenteuer für mich und alle anderen ASSIST Scholars 2015/16. Als ich an dem Morgen in das Flugzeug in Hannover gestiegen bin und meine Familie und Freunde hinterlassen habe, hatte mein Gehirn noch gar nicht realisiert, dass es wirklich losging. Der Flug nach Boston und die Orientation waren aufregend, dass gar keine Zweifel an meiner Entscheidung aufkommen konnte.

Nach einer unterhaltsamen Orientation flog ich weiter nach Baltimore voller Neugier. Wie wird die Schule wohl aussehen? Sind die Leute nett? Wird es mir gefallen? Doch als ich angekommen war, verflogen alle Sorgen. Die Lehrer waren sehr hilfsbereit, die Schüler unglaublich nett und das Gelände einfach wunderschön. Ich war von Anfang an begeistert. Von Anfang an wusste ich, dass es nur knappe drei Monate bis zur Thanksgiving Break waren. Da das Internat über die Ferien immer schließt, gab es keine andere Möglichkeit, als sich eine Freundin zu suchen, bei der ich bleiben konnte. Also galt es, eine solche Freundin zu finden. Einige Problem gab es dabei:

1.) Amerikaner sind extrem spontan! Als ich ca. zwei Monate vor den Ferien angefangen habe, bei Freunden nachzufragen, erntete ich Blicke, als wären die Ferien im nächsten Jahrhundert.

2.) Wie ASSIST schon bei der Orientation erwähnt hatte, sind Amerikaner ein bisschen oberflächlich. Ich hatte das Gefühl, dass es leichter und schneller in Deutschland ist, echte gute Freunde zu finden. Die Amerikaner in meiner Schule waren alle extrem nett zu mir, aber ich konnte nicht sicher wissen, wer nur so tat und wer wirklich mit mir befreundet sein wollte. Im Laufe des Jahres stellte sich dies natürlich heraus, aber am Anfang war es schwierig, das zu beurteilen. Zudem hatten viele auch schon ihre Ferien geplant, bevor sie mich kannten, also machte das alles nochmal schwieriger.

Eine Freundin von mir, die aus den Cayman Islands kam, nahm mich jedoch sozusagen an die Hand und half mir, jemanden zu finden, bei dem ich bleiben konnte. Und dann hatte ich extremes Glück! Ende Oktober war Elternwochenende und diese Freundin erwähnte zufälligerweise gegenüber ihrer Mutter, dass ich noch eine Ferienmöglichkeit für Thanksgiving suche. Daraufhin lud mich ihre Mutter direkt zu ihnen nach Hause eingeladen. Ich konnte es gar nicht fassen und freute mich riesig. Eine Woche später waren die Flüge gebucht. Von dem Zeitpunkt an, konnte ich es kaum erwarten. Drei Wochen später ging es dann endlich los. Nach vielen Komplikationen beim Flug dorthin, kam ich endlich heil und glücklich an. In Baltimore war es schon recht kühl, die Hitze traf mich deswegen umso stärker. Am ersten Tag sind wir mit einem Boot rausgefahren, ich war nur begeistert. Das Wasser war so warm und alles sah einfach so toll aus. In der Woche sind wir mit Rochen, Delfinen und Schildkröten geschwommen. Zudem haben wir eine U-Boot fährt gemacht, welche mich ziemlich begeistert hat. Die Cayman Islands gehören zu Groß-Britannien und deswegen war Thanksgiving dort eher nicht verbreitet. Da die Mutter meiner Freundin jedoch früher auf dieselbe Schule wie wir gegangen ist und sie deswegen Thanksgiving kannte, lud sie viele Gäste ein. Es gab so unglaublich viel Essen und alle Gäste waren gut gelaunt. Leider war die Thanksgiving Break nur eine Woche, aber es waren auf jeden Fall Ferien, die ich nie vergessen werde.

May Dittel, St. Timothy's School, Maryland, 14/15

Ohne Schweiß keinen Preis

Das Schuljahr an meiner Schule wird in Trimester aufgeteilt. Das hieß, dass wenn die kälteren Tage des Jahres eintreffen würden, ich nach einer erfolgreichen Tennissaison einen Sport für den Winter finden musste. Zwei meiner besten Freundinnen und meine Physiklehrerin überredeten mich, Eishockey zu spielen. Der Sport war mir nie in den Kopf gekommen, weil er unglaublich aggressiv ist, aber Eislaufen war schon immer eine Leidenschaft meinerseits.

Das erste Mal wieder auf dem Eis fühlte sich magisch an. Für eine lange Zeit hatte ich nicht mehr auf Schlittschuhen gestanden. Manche meiner Mitspieler waren noch nie eisgelaufen, aber das war okay, weil jeder jeden unterstützt hat. Schnell war mir klar, dass wir kein Topteam waren, wie mein Tennisteam zuvor, aber von Anfang an konnte man die Motivation und Verbundenheit zwischen allen Spielern sehen, egal wie alt, jung, talentiert oder weniger talentiert.

Jedes Mal beim Training würde ich an einem ''Wrist Shot'' arbeiten. Ein Wrist Shot ist einfach, wenn man es meistert, den Puck mit dem Hockeyschläger vom Boden abheben zu lassen. Meine Freundin besitzt unglaubliche Hockeyfähigkeiten und war eine konstante Inspiration für mich, mein Bestes zu geben und dann irgendwann mal einen Wrist Shot hinzubekommen. Jedes Mal, wenn ich wieder auf dem Eis stand, musste ich alle Schritte von vorne lernen und der Puck würde nie vom Eis abheben, immer nur darüberschlittern.

Die Spiele waren die Sensationen! Auch wenn wir am Ende nur eins gewinnen konnten und nur ein unentschieden erzielen konnten, war es immer total lustig und der Spaß hat nie gefehlt.

In einem Spiel vergaß mein Coach einen Schiedsrichter zu organisieren, weshalb sie pfeifen musste. Gleich hat sie mich zwei mal in 5-Sekunden Abschnitten rausgeschmissen. Ich habe als Verteidigerin gespielt, hauptsächlich aus dem Grund, dass ich schneller eislaufen konnte als die meisten anderen. Nach drei Spielen verloren wir eine von unseren Verteidigerinnen, weshalb ich mehr Zeit auf dem Eis bekam, aber dadurch auch mehr Verantwortung hatte, mein Bestes zu geben.

Obwohl ich ein Verteidiger war, nahm ich mir vor ein Tor zu schießen, bevor die Saison vorüber war. Ich hatte meine Hoffnung schon aufgegeben, als ich sah wie gut alle anderen Teams waren und wir oftmals nicht mal über die Mittelfeldlinie kamen.

Im letzten Spiel der Saison und in den letzten 40 Sekunden hatte ich dann eine letzte Chance, nachdem ich den Ball vom Gegner abgefangen hatte, und sprintete zum anderen Tor so schnell ich konnte. Ich schoss... Aber der gegnerische Torwart blockte es ab – genau wieder in meinem Schläger zurück. Ich kam näher zum Tor, fand eine Lücke und brachte den Ball ins Tor. Vor Freude hüpfte ich auf meinen Schlittschuhen und Freudentränen schossen aus meinen Augen. Die gegnerische Mannschaft schaute ziemlich verwirrt aus, denn trotz des Tores lagen wir noch 7:2 zurück. Unsere komplette Mannschaft jedoch jubelte und schrie meinen Namen, es war ein wirklich zufriedenstellendes Gefühl.

In diesem letzten Spiel hatte ich es auch endlich geschafft, einen Wrist Shot zu machen – Übung macht den Meister - und ich war überglücklich darüber, wie die Saison geendet hatte. Dennoch war es traurig, dass die Saison überhaupt enden musste. Jede Chance, den Winter zu verlängern, hätte ich genommen, was bemerkenswert ist, da ich normalerweise die Kälte überhaupt nicht leiden kann.

Eishockey wäre der einzige Grund für mich, ihn noch länger auszuhalten.

Eine der amerikanische Traditionen ist es, dass für jeden Sport nach jeder Saison MVP (Most Valuable Player), MIP (Most Improved Player), und ein Coach's Award herausgegeben wird. Ich hoffte sehr einen von den dreien zu bekommen, aber rechnete nicht wirklich damit, da normalerweise Seniors diese Awards bekommen, weil sie kein nächstes Jahr mehr haben um sich einen anderen zu erarbeiten. Als unser Eishockey-Coach dann auf der Bühne stand und anfing vor der ganzen Schule zu reden, erzählte sie die Geschichte von einer Spielerin die jedes Mal beim Training an einem Wrist Shot arbeiten würde und ich wurde ganz rot. Keiner außer mir wusste, dass sie über mich redete und dann erzählte sie weiter, wie sie immer zu dieser Spielerin gesagt hatte: ''May, eines Tages wirst du es schaffen.'' Alle Augen richteten sich auf mich und wiedermals liefen meinen Wangen Freudentränen herunter. Normalerweise weine ich nicht so schnell, aber diese Momente waren sehr emotional. Ich lief hinunter zur Bühne um meinen MIP-Award abzuholen und die anderen beiden Awards gingen an meine Freundinnen, die mich überredet hatten, Eishockey zu spielen. Ich hätte mir keinen besseren Moment vorstellen können, als mit den wichtigsten Personen der Eishockey-Saison auf dieser Bühne zu stehen, als all die schönen Busfahrten, Trainingseinheiten, Tore, Wrist Shots und Spiele sich nochmal vor meinen Augen abspielten.

Yanru Wang, Sandia Preparatory School, New Mexico, 14/15

I CAN'T believe it! Das Schuljahr schon längst vorbei ist und ich sitze wieder in meinem Zimmer in Deutschland! Dabei kann ich mich noch genau an die aufregenden Zeiten erinnern, die ich mit meinem ASSIST- Jahrgang am Anfang verbracht habe - wie spannungsgeladen, neugierig und erwartungsvoll ich auf der Orientation in Boston war! Dort habe ich die nettesten und wundervollsten Persönlichkeiten kennengelernt und fühlte mich wie in einer riesigen, liebevollen Familie aufgenommen.

So flog ich mit voller Begeisterung und Aufregung nach Albuquerque, New Mexico, wo sich meine neue Tagesschule Sandia Preparatory School befand. Dort habe ich meine zweite Familie kennengelernt, die mir genauso wichtig geworden ist wie meine eigene.

Das Beste an dem Jahr war für mich zweifellos die Tennissaison mit dem lustigsten, nettesten und motiviertesten Team sowie den besten Coaches! Es hat mich immer fasziniert, als wir nach jedem langen Schultag (8:00- 15:30) auch noch für eineinhalb Stunden auf den Tennisplatz mussten, dass trotzdem alle so motiviert und energetisch waren. Mir wurde erst am Prep bewusst, dass Tennisspielen mit einer Mannschaft viel mehr Spaß macht als allein. Der starke Teamgeist unserer Mannschaft hat mich ebenfalls sehr fasziniert. Bei Mannschaftskämpfen feuerten wir uns gegenseitig an und gaben uns gegenseitig hilfreiche Tipps (z.B. bei Doppel-Matches). Manchmal kamen sogar Schüler aus anderen Sportmannschaften, einfach nur um uns bei unseren Heimspielen anzufeuern. Das Beste an der Tennissaison waren jedoch die Donuts und

Bagels, die wir nach jedem Mannschaftsspiel von unserem Coach bekamen, die uns noch motivierter machen sollten, was wir ohnehin schon waren.

Nur leider habe ich so viele Donuts gegessen, dass ich heute keinen mehr anschauen kann… (Also an alle zukünftigen Assistler: übertreibt es besser nicht mit dem Essen :p) Am Ende der Saison gab es dann eine kleine, aber etwas seltsame Abschlussfeier zusammen mit den Jungs, über die ich heute noch lachen muss. Jemand kam auf die Idee, dass die Jungs und Mädels ihre Team-Outfits tauschen und auf den Tennisplätzen Mixed- Doubles spielen sollten. So schlüpften alle Jungs in die Tenniskleider der Mädchen - ob freiwillig oder nicht - und die Mädchen bekamen die coolen Shirts der Jungs. Das war ein unvergessliches Bild!

Wenn ich heute auf diese Zeit zurückblicke, erscheinen meine Erinnerungen in Albuquerque wie ein spannender Film vor meinen Augen. Es gab so viele unvergessliche Momente, sowohl glückliche und lustige als auch enttäuschte und traurige. Durch diese Erlebnisse habe ich das wahre Leben und das selbstständige Handeln kennengelernt, das mir von nun an in meinem ganzen Leben von Nutzen sein wird.

Amelie Finck von Finckenstein, Ethel Walker School, Connecticut, 13/14

My Party in the USA

“So I put my hands up
They're playing my song,
The butterflies fly away
I'm noddin' my head like yeah

Movin' my hips like yeah
I got my hands up,
They're playin' my song
I know I'm gonna be OK“

Miley Cyrus Worte füllen unseren Raum und hallen nach draußen auf den Gang. Die farbenfrohen Lichter der Wasserlautsprecher malen Bilder an die Wand und meine Haare tanzen durch die Luft, als sich mein Körper wild zum Rhythmus der Musik bewegt. Nach einigen Minuten falle ich erschöpft auf mein Bett, alle Energie scheint aus mir entwichen und ich höre die Worte und den Beat, hebe meinen müden Blick und schaue Jackie in die Augen. Wir beide denken dasselbe, wie so oft in letzter Zeit, und wir beide wissen: Dies ist mein Lied. Jede Silbe der Lyrics scheint, als wären sie nur für mich geschrieben. Jedes Mal, wenn ich den Song heute im Radio höre, bin ich in Gedanken weit, weit weg – am anderen Ende des Ozeanes in einer kleinen Stadt in Connecticut – meinem favorite place in the whole entire world und bin wie gefangen in meinen schönsten Erinnerungen an mein Jahr mit ASSIST.

In einem Moment, in dem ich es am meisten brauchte, hat sich mein Leben von einer Sekunde auf die andere geändert. Ein neuer Stern, oder besser gesagt das Signal meines Macs leuchtete auf: „Sie haben eine neue Email!“

Seit diesem Tag, habe ich einer Reise mit Abenteuer und einer greifenden Erwartung entgegengesehen. Im Frühling wurde mir schließlich auch bekannt gegeben, welche der amerikanischen Privatschulen ich besuchen würde: The Ethel Walker School, in Simsbury Connecticut. Ich war voller Begeisterung, als ich die Homepage der Schule besuchte. Allerdings war ich verwundert, dass gar keine Jungs auf den Fotos zu sehen waren. Das Schlimmste ahnend, wagte ich, die ersten Überschriften zu lesen – und meine größte Angst wurde schnell bestätigt, als mein Blick auf die Worte „The All Girls Advantage“ fielen. Ich war sprachlos. Ich hörte, wie mein Vater die Treppe hinaufkam. „ Mädcheninternat“, war alles was er sagte. Er sah schnell, wie unglücklich ich war und wie sich meine Augen langsam mit Tränen füllten. Er schloss mich seine Arme und beruhigte mich, dass es schon nicht so schlimm werde. Trotz der tröstenden Worte meiner Eltern, war mir klar: Ich kann nicht 10 Monate nur mit Mädchen verbringen! Zuhause war ich irgendwie doch immer von Jungs umgeben - ob in der Schule, zuhause oder in Reitstall meiner Tante, in dem viele meiner freien Stunden verbrachte. Ich hatte zwar sehr enge Freundinnen, wusste aber auch, wie unangenehm es manchmal unter Mädchen sein konnte (Zimmeraufteilung bei Klassenfahrten)...

Ich erklomm daher mit einem etwas mulmigen Gefühl die Stufen des Flugzeuges, wurde aber mit offenen Armen von ASSIST empfangen und genoss die ersten Tage in Pomfret School in vollen Zügen. Einige Tage später flog ich dann nach Washington DC, zu meiner Gastfamilie, die mich vom ersten Moment an wie eine eigene Tochter und Schwester behandelten. Als ich mit meiner Gastmutter und Schwester langsam auf das Gelände meiner Schule rollte, war ich sicher, dass dies wohl der schönste Campus war, den ich je gesehen hatte. Die hohen Backsteinwände und strahlendem Säulen des Hauptgebäudes, die Fahne stolz wehend in der Mittle des Rondells und der weiß glänzende Turm der Kapelle gegen den strahlend blauen Himmel, dies alles umringt von duftenden Blumen und einem Meer von grün – idyllisch.

Bald durfte ich auch erfahren, wie einzigartig und wunderbar die anderen Mädchen waren. Zwar fühlte ich die neugierigen Blicke auf mir, doch mich beeindruckte besonders die Freundlichkeit und Offenheit aller – meine anfänglichen Befürchtungen lösten sich schnell in Luft auf und meine schlaflosen Nächste und Albträume schienen wohl umsonst. Zwar war es gerade zu Anfang des Jahres nicht immer einfach, allen Gesprächen und Unterrichtsstunden zu folgen und auch die scheinbaren Unmengen an Hausaufgaben forderten eine gewisse Ausdauer und raubten meinen Schlaf.

Des Weiteren war es dann doch eine ziemliche Umstellung, sich das Zimmer mit noch zwei weiteren Mädchen zu teilen und das Badezimmer zu sechst zu benutzen. Mir wurde schnell bewusst, wie unordentlich es bei drei Mädchen werden kann – wir konnten teilweise unseren Boden kaum noch sehen. Ich musste mir oft einen Weg durch eine Wüste von Kleidern, Büchern und Taschen bahnen, bis ich schließlich erschöpft zu meinem Schreibtisch und Bett gelangte. Es dauerte einige Monate, bis ich mich an den alltäglichen Wahnsinn, den strikten Tagesablauf, die Sprache und die amerikanische Mentalität gewöhnt hatte.

Doch nach einiger Zeit hatte ich schnell Freunde gefunden mit denen ich nachmittags in strahlender Sonne, starkem Regen und kalten Wind auf den Hockey- und Lacrossefeldern herumlief, mit welchen ich auch am Wochenende Dinge unternehmen konnte und mit denen ich gemeinsam die gewaltige Menge von Hausaufgaben bewältigte. Ich habe viele neue Dinge gelernt – ich bin mit Columbus und Washington durch die amerikanische Geschichte gereist, habe mich mit der Hilfe von Maslow und Freud durch die Psychologie des Menschen gearbeitet, versuchte wie Monet Licht uns Schatten in die Welt zu setzen, wurde von Emily Dickinson in die Magie der Englischen Sprache eingeweiht und habe die Schönheit der Mathematik von einem völlig neuen Blickwinkel kennengelernt. Meine Lernbegeisterung und akademischen Leistungen haben im Laufe der Monate stetig zugenommen. Dies lag sicher an den Lehrern, die ihre Fächer mit Freude unterrichten und auch nach den Stunden ihre Türen immer für Schuler geöffnet hielten – war es für Fragen oder Konversationen. Mich haben aber auch besonders die kleinen Klassen und die offenen Diskussionen sowie die packende Wissbegierde aller mitgerissen.

Noch vor "Thanksgiving Break" habe ich mein Dreierzimmer verlassen. Die Schule hatte mit einer feierlichen Zeremonie einen neuen Dorm eröffnet und ich war eine der Glücklichen, die in diesem hotelähnlichen Haus wohnen durfte. Mit diesem Wechsel kam auch eine neuer Roommate und eine wunderbare Freundin und Schwester. Auch meine neuen Suitmates, die zwei Mädchen, mit denen wir uns das Badezimmer teilten, waren in unsere neue kleine Familie eingeschlossen. Zusammen haben wir Tanzwettbewerbe gehalten, Filme gesehen, Mathehausaufgaben gemeistert, für Tests gelernt, Geburtstage gefeiert, Ice Cream Parties veranstaltet....Ich bin unglaublich glücklich, Marissa, Jackie und Alena kennengelernt zu haben und bin sicher, dass wir immer in Kontakt bleiben werden.

Und das ist genau der Grund, warum ich heute, nach 358 Tagen in den USA, so dankbar bin, dass ich ein gewisses Risiko eingegangen bin. Die Begegnung mit so vielen interessanten und netten Menschen, die ich ansonsten nie gekannt hätte. Ich habe so viele neue enge Freundinnen gewonnen, die es mir leicht gemacht haben, 4000 Meilen von meiner Familie und Freunden entfernt zu sein. Zusammen haben wir gelacht, geweint, gestritten, aber vor allem hatten wir uns und waren immer füreinander da. Ich werde nie vergessen, wie wir zum Ende des Jahres eine Pinata in unserem Badezimmer aufgehängt haben und mit meinem Hockeyschläger die darin verborgenen Süßigkeiten erkämpft haben, ich werde immer vor mir sehen, wie wir uns im tiefsten Schnee und klirrender Kälte eine Skipiste gebaut haben, ich werde immer wissen, wie es sich anfühlt einen Hockeschläger am Anfang der Saison das erste Mal in der Hand zu halten und wie ich am Ende stolz den Preis für den Most Improved Player in eben dieser Hand hielt.

Für all diese Erinnerungen bin ich ASSIST und der Ethel Walker School zu unendlichem Dank verbunden. Auf einmal öffnen sich Türen, die ich nie zuvor gesehen habe und ich kann mit Zuversicht sagen, dass ASSIST mir die Augen zu einer ganz neuen Welt geöffnet hat. Der Tag, an dem ich  von meiner neuen Familie, meine besten Freundinnen, verabschieden musste, war wohl einer der schlimmste Tag meines Lebens. Doch meine Party, mein Leben, hat gerade erst begonnen.

“Yeah, it was a party in the USA
Yeah, enjoy your party in the USA“

 

Julia Wallrabenstein, Stoneleigh Burnham School, Massachussetts, 13/14

Amerika, Massachussetts, Greenfield, Mädcheninternat: Stoneleigh Burnham School

13. August 2013. Der Tag kam viel zu schnell und es fühlte sich alles noch so seltsam an. Als könnte es mein Gehirn nicht begreifen, dass das nächste Jahr anders werden würde. Ein Jahr. Amerika. Es klang wie ein Abenteuer von jemand Anderem. Doch plötzlich war ich in diesem Abenteuer und als nächstes fand ich mich in Boston wieder. Die Orientation verging viel zu schnell, Quincy Market, Harvard und der Kultur-Abend. Ich hatte gerade so viele tolle Menschen kennengelernt, als ich auch schon zu meinem nächsten Ziel losfahren musste. Meine Schule. Der Ort, an dem ich ein Jahr verbringen würde.

Zuerst jedoch kam ich zu meiner Gastfamilie. Meine Gasteltern sind wunderbare Menschen. Ich könnte sie als meine amerikanischen Eltern bezeichnen, denn sie haben sich wie Eltern um mich gekümmert und waren immer da, wenn ich sie brauchte. Wenn ich wieder zurückgehe, weiß ich, wo ich willkommen bin und bleiben kann. Meine Gastschwester ging in meine Klasse und wir verstanden uns von Anfang an. Gemeinsam haben wir Geburtstag gefeiert, weil sie einen Tag nach mir Geburtstag hat und feierlich haben wir uns versprochen, unsere zukünftigen Töchter nach der Anderen zu benennen.

Schnell gewöhnte ich mich an die leckeren, amerikanischen Süßigkeiten, an die überschwängliche amerikanische Gastfreundschaft und dem Englisch-Sprechen, als die Schule begann. Vorbei war es mit den Bootsfahrten, den Übernachtungspartys und dem langen Ausschlafen. Jetzt begann der Ernst des Lebens in Amerika: Internat. Doch bald schon hatte ich das Gefühl, alle Menschen auf meiner Schule zu kennen. Jedes Wochenende machten wir Übernachtungen, gingen essen, shoppen, schauten uns Horror Filme an, oder fuhren zu Sport-Turnieren, wo wir uns gegenseitig anfeuerten. Auch wenn der Tagesablauf streng war, lernte ich Schule zu lieben, und fand sogar Lernen spannend. Zum Beispiel wenn wir uns in einer Gruppe zusammensetzten und gemeinsam, über den vielen Stoff fluchend, lernten.

Als dann die ersten Schneeflocken fielen, der Schnee uns dann bis zu den Knien ging und wir uns über die 5 Sekunden Kälte beklagten, die wir von einem Gebäude zum nächsten brauchten, gingen die Winterferien los. Meine Freundin hatte mich nach New York eingeladen und jeden Tag hatten wir volles Programm. Von Freiheitsstatue-Besichtigen, bis Schlittschuh-Laufen. Von Central-Park bis in Spielotheken und Kinos. An Weihnachten vermisste ich Deutschland ein wenig, aber eigentlich wäre ich nicht glücklicher gewesen, zu Hause zu sein.

Das kurze Winter-Semester verging wie im Flug. An den letzten Tagen vor den Frühlings-Ferien ging ich zu der Geburtstagsfeier einer Freundin. Sie hatte einen Whirlpool im Garten, und wir mussten uns dann im Badeanzug im Schnee rollen, wenn wir „Pflicht“ statt „Wahrheit“ wählten. Das muss man sich mal vorstellen: Im heißen Whirlpool von Schnee umgeben... Dann waren Frühlings-Ferien. Ich weiß noch, dass Chrissy, Sharv und ich bis 2 Uhr morgens aufgeblieben sind, um den Bus zum New Yorker Flughafen nicht zu verpassen. Wir haben Musik gehört, gepackt und sind ganz aufgeregt aufgebrochen, aber im Bus gleich eingeschlafen, weil wir dann doch zu müde waren. Noch einmal haben wir auf die schneebedeckte Stadt New York herabgesehen, bis das Flugzeug einige Stunden später landete. Die Tür öffnete sich und die warme Luft von Barbados umhüllte mich. Die Sonne schien, die Palmen dufteten und meine schwarze lange Hose schien viel zu unangemessen. Lachend dachten wir an die armen Menschen im verschneiten New York, als wir im Badeanzug und mit Sonnenbrillen zum Strand marschierten. Ich versprach meiner Freundin, einen Affen zu fangen und ihn zurück nach Deutschland zu bringen. Das hat dann doch nicht so gut geklappt, wie ich es mir vorgestellt habe. In Wahrheit habe ich es noch nicht einmal versucht, diese kleinen Biester zu fangen, die sich nur um die Bananen gestritten haben. Ich kann es auch schon nicht mehr abwarten, bis Sharv’s Familie nach Deutschland kommt und die ganze deutsche Schokolade abkauft. Es war doch schön, ihrer Mutter zuzuschauen, wie sie jede einzelne Praline in 6 kleine Stückchen geteilt hat, um jeden ein Stück „Geeeerman Chocolate“ probieren zu lassen.

Gebräunt kamen wir zurück in die Schule, als schon das letzte Semester anfing. Wie war das Jahr so schnell vergangen? Ich verstehe es immer noch nicht. Ich schaue auf all die Fotos und kann nicht glauben, dass ich nicht mehr dort bin. Graduation, Middle-School moving up, Vespers... Plötzlich saß ich im Flugzeug und landete in Deutschland, ging zur deutschen Schule und wunderte mich, wo meine Zeit hin geflogen ist.

Jetzt sitze ich hier, starre auf meinen Laptop. Das waren meine Erlebnisse in Amerika im Schnelldurchlauf und doch habe ich das Gefühl, dass sie nur 5% von dem beschreiben, was ich wirklich erfahren und erlebt habe. Ich schaue aus dem Fenster, betrachte meine vertraute Umgebung und denke: „Alles wieder beim alten, oder?“ So war es auch früher. Als wäre Amerika nur ein kurzer Traum gewesen, aus dem ich zu schnell wieder aufgewacht bin. Es war aber kein Traum und nichts ist beim Alten. Ich bin nicht mehr das kleine Mädchen, das ich zuvor war. Ich bin älter. Erwachsener. Ich sehe die Welt, wie klein sie scheint, und doch so groß und vielfältig. Es war schön, so viele verschiedene Kulturen auf einem kleinen Fleck -Stoneleigh- zu haben. Ich hätte nie gedacht, eine beste Freundin aus Afghanistan zu bekommen, oder meine Wochenenden mit meiner chinesischen Freundin schwimmend und Tennis-spielend zu verbringen. Auch sind mir meine „Mitleidenden“ vom Chemiekurs aus Rwanda und Rom ans Herz gewachsen. Sicher ist: Ich werde eine Weltreise machen, bevor ich auf ein amerikanisches College gehe und sie dort wiedersehe.

Wer weiß denn schon was in der Zukunft passiert? Dennoch: Ich weiß, dass dieses Jahr das Beste bisher in meinem Leben war. Ich habe so viel gelernt und erfahren, so viele Freunde für's Leben gefunden und so viele Erlebnisse, die ich niemals vergessen werde, gemacht. Letztendlich kann ich ASSIST nicht dankbar genug sein, für alles was Ihr mir gegeben habt, dass Ihr es mir ermöglicht habt, dieses Jahr zu erleben und immer für mich da wart, wann immer ich Euch brauchte. Ich danke Euch von ganzem Herzen und ich weiß, dass es nicht einfach vorbei ist, sondern erst der Anfang einer lebenslangen Beziehung und Freundschaft. Owl for life, ASSIST for life. Danke ASSIST.

 Lea Hüffermann, Western Reserve Academy, Ohio, 13/14

Don’t Know Where I’m Going But I’m on My Way

Ein Jahr kann eine Person auf viele verschiedene Weisen verändern. Mein Auslandsjahr, das ich an der Western Reserve Academy in Hudson, Ohio verbracht habe, hat mir gezeigt, wie sehr ich doch die Vielfältigkeit unserer Welt liebe.

Ein Ereignis hat mich sehr geprägt und für mich war es das Highlight des kompletten Jahres. Zusammen mit einer kleinen Gruppe von Schülern und ein paar Alumnis der Schule, bin ich in Begleitung des Spanischlehrers Mr. Fraser, oder auch einfach nur Señor, wie er gerne genannt wurde, nach Peru gereist, ohne auch nur ein Wort Spanisch zu sprechen. Die Gruppe bestand aus dem Senior Miles, den beiden Juniorgirls Sydney und Ketty, Sydney’s Cousine Lauren, dem Sophomor Max, natürlich Señor, dem Alumni Bob, der Krankenschwester Judy und Señor‘s Freundin Linda. Ich war, obwohl auch ein Sophomor wie Max, die Jüngste die mit gekommen war, aber da ich mit Sydney und Ketty zusammen auf einem Flur gelebt hatte und auch mit Max gut befreundet war, stellte der Altersunterschied kein Problem da. Wir brachen am letzten Schultag vor Springbreak auf und flogen von Cleveland aus über Newark direkt nach Lima. Angekommen in Lima bezogen wir Zimmer in einem rustikalen Hotel mitten in der Hauptstad Perus.

Wir brachen sogleich auf zum Strand und wechselten direkt auch ein wenig Geld. Señor war bereits über 25 Mal in Peru und hat sogar unter den Geldwechslern an den Straßenseiten von Lima seine Freunde. Nach einer guten Portion Schlaf ging es am nächsten Tag mit der überfüllten Straßenbahn in die Innenstadt, wo wir einen ganzen Tag in der prallen Sonne hinter Mr. Fraser her gerannt sind. Schon nach dem ersten Tag in Lima hatte fast jeder von uns sich einen Sonnenbrand zugezogen, der uns noch den Rest unserer Reise begleiten würde.

Nach ein paar wunderschönen Tagen in Lima, wo zum Beispiel der Wasserbrunnenpark bei einer nächtlichen Straßenrundfahrt nur eines der Highlights war, machten wir uns mit einem kleinen Flieger auf in die Anden. In über 6,000m Höhe lag dort nämlich das ehemalige Inkareich rund um Cusco. Unsere Pension lag genau auf einem Anhang, von wo aus man die ganze Stadt überblicken konnte. Durch die Höhe hatten wir leider mit Höhenkrankheiten zu  kämpfen. Miles war der erste, dem die Höhe zu schaffen machte und er war fast die ganzen ersten Tage k.o. Durch den Höhenunterschied zu Lima war es schwerer Treppen hoch zu steigen oder den Druck abzubauen. Die Einheimischen hatten einen Tee für uns, der aus den Blättern des Kokastrauches besteht, und gegen die Beschwerden half. Tatsächlich hat bei mir dieser Tee geholfen und ich hatte nur eine Nacht, in der ich wirklich mit schlimmen Kopfschmerzen zu kämpfen hatte.

Nachdem wir uns dann alle eingelebt hatten und schon unsere erste Bekanntschaft mit dem Markt in Cusco gemacht hatten, wo wir nach mehreren Stunden und unzähligen Polizisten die uns rieten, unsere Rucksäcke vor dem Bauch zu tragen, ohne irgendetwas gekauft zu haben, zurück kehrten, machten wir uns auf für eine weitere Stadtfahrt. Eines der Dinge die unser Reisegruppenführer Carlos mit seiner kleinen regenbogenfarbigen Flagge Cuscos immer wieder wiederholte: „Cusco war geformt wie ein Panter.“ Oder besser gesagt die Altstadt. „Dies ist der Kopf des Panters.“, „Und jetzt befindet wir uns am Schwanz des Panters.“ Ich habe im meinen ganzen Leben noch nie so sehr gelacht, wie als der kleine lateinamerikanische Carlos immer wieder eine Bild von Cusco rausholte und die Form des Panters wild gestikulierend nachfuhr.

Cusco war ganz anders als die Hauptstadt Lima, aber nichts war vergleichbar mit dem Höhepunkt unserer Reise. Nach einer Busfahrt früh am Morgen und einer anschließenden Zugfahrt durch die Anden erreichten wir Aguas Calientes, die kleine Stadt direkt unterhalb von Machu Picchu. Die Hauptstraße die durch die Stadt verläuft ist ein Gleis, das die Stadt direkt in der Mitte teilt. Schon am Tag unserer Ankunft machten wir uns mit einem Bus auf zu der ehemaligen Inkastadt. Die Aussicht war schon atemberaubend, als wir die gewundene Straße hinauffuhren, mit nichts unter uns und nur den Blick auf die anderen Berge um das Tal herum, in dem Aguas Calientes lag.

Wie aus dem Nichts tauchte über uns Machu Picchu auf, eine Stadt, die aussieht als wäre sie irgendwo herausgerissen und auf dem Gipfel des Berges platziert worden. Die Aussicht nicht nur auf Machu Picchu, sondern auch auf das umliegende Gebirge war wohl das Spektakulärste, was ich in meinem jungen Leben sehen durfte. Obwohl wir schon wussten, wie es aussieht, war der Ansporn am nächsten Tag, als wir tatsächlich den Anstieg per Fuß wagten, noch genauso groß wie am Vortag. Die Stufen waren alt und man musste echt vorsichtig sein, doch auch, wenn wir zwischendurch fast aufgeben wollten, haben wir es dennoch in gut zwei Stunden hinaufgeschafft.

Damit aber nicht genug, nach einer kurzen Mittagspause inmitten von Lamas sind wir noch ein wenig weiter hochgewandert. Auf der einen Seite von Machu Picchu befindet sich das Mondtor, wo täglich nur eine bestimmte Anzahl von Menschen hinauf steigen dürfen. Wir haben uns der anderen Seite zugewandt, wo genau zwischen zwei Berggipfeln das Sonnentor liegt. Ich fand die Aussicht von dort aus noch atemberaubender, da man ganz Machu Picchu überblicken kann. An dieser Stelle möchte ich nur einmal sagen, dass Señor mit uns den ganzen Weg hoch gelaufen ist. Keiner weiß genau, wie alt er ist, aber er ist mit Sicherheit über 70 Jahre und war schon über 40 Jahre an meiner Schule in Ohio. Er ist dieses Jahr in Rente gegangen und zu seinen Ehren wurde ein Portrait gemalt, das ihm beim Dudelsack spielen zeigt. Er war jahrelang der Cross Country und Langstrecken Coach, auch jetzt noch.

Ich hoffe, dass noch mehrere die Möglichkeit bekommen,  nach Peru zu reisen. Es war eine Chance, die ich jedem wünsche, zu ergreifen. Nach einer letzten Fahrt hoch mit dem Bus, mussten wir leider Machu Picchu Lebewohl sagen, doch damit war unsere Reise noch nicht vorbei. Wir verbrachten noch ein paar Tage in Cusco, wo wir uns endlich trauten, etwas zu kaufen und noch ein, zwei schöne Tage in Lima, bevor wir unsere Abreise antreten mussten.

Für mich war die Reise ein Erlebnis, was ich immer mit meinem Jahr in den USA verbinden werde. Ich werden nie unseren Freund, den sprechenden Papageien in unserem Hotel in Lima vergessen, die köstlichen Fruchtshakes, die traditionellen Tänze und die Modenshow im Zug zurück nach Cusco. Señor, wie er uns die Bahngleise langführt, anstatt den normalen Touristenweg oder wie er Kuchen an die Lamas verfüttert, unsere unzähligen Versuche ein Selfie mit einem Lama zu schießen, was meistens darin endete, dass wir wegrennen mussten, oder die ersten Gehversuche eines Baby Lamas. Doch dies sind nur einige Dinge, die ich wohl für immer in Erinnerung behalten werde.

Als wir uns alle in Frankfurt auf den Weg gemacht haben, um unser Jahr anzutreten, hätte ich nie damit gerechnet, die Chance zu bekommen, nach Peru zu fliegen und eins der Weltwunder, die unsere Erde zu bieten hat, mit eigenen Augen zu sehen. Das ist es, was ein Auslandsjahr für mich ausmacht, über andere Kulturen zu lernen und neue Dinge zu entdecken. Ich weiß, dass das nur der Anfang ist und dass ich noch mehr sehen und erleben will, aber ich finde, dass Peru und vor allem auch Amerika schon einmal ein guter Anfang waren. Danke ASSIST!

Franziska Herale, Wasatch Academy, Utah 12/13

Meine Zeit an der Wasatch Academy in Utah

Mittlerweile bin ich bereits 7 Monate in den USA und kann das noch gar nicht richtig glauben, denn die Zeit hier vergeht wie im Fluge! Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie nervös und gespannt ich letztes Jahr im August in den Flieger nach Boston gestiegen bin und jetzt ist es bereits Mitte März?!

Ich besuche die Wasatch Academy in Utah und habe hier viele neue Freunde aus der ganzen Welt gefunden.  An das Internatsleben konnte ich mich sehr schnell gewöhnen, denn mit 42 Mädchen in einem Dorm wird es nie langweilig! Der Schulalltag unterscheidet sich ein wenig von dem in Deutschland. Ich genieße dabei besonders die kleinen Klassen mit einer durchschnittlichen Schülerzahl von 8 – 16 Schülern.  Der Unterricht ist sehr intensiv und ich habe eine große Auswahl an Kursen, die ich in Deutschland nie hätte wählen können.  

Am Nachmittag mache ich hier oft Sport zusammen mit Freunden. Während der Winterzeit bin ich jeden Nachmittag nach der Schule Ski gefahren, schließlich liegen die Berge direkt vor meiner Haustür.

Bis zu meiner Rückkehr nach Deutschland habe ich noch einige tolle Ereignisse bevorstehen. So werde ich im April zum Beispiel mit Mitschülern zu einer Modell-United Nations Sitzung nach Salt Lake City fahren und das Land Iran repräsentieren. Auch auf die Prom (Abschlussball) und einen 4-Tage langen Rafting-Trip mit meiner kompletten 11. Klasse freue ich mich bereits sehr.

Während meines bisherigen Auslandsaufenthaltes habe ich bereits viele unvergessliche Eindrücke und Erfahrungen sammeln können, die mich sicherlich mein ganzes Leben begleiten werden. Vielen, vielen Dank an Assist, für die Möglichkeit, ein so tolles und einmaliges Jahr in den USA erleben zu dürfen!!!

Annalena Kill, Madeira School, Virginia, 12/13

Im Flugzeug. Kopfhörer auf. Genau so saß ich vor gut 10 Monaten im Flieger und heute geht es schon wieder zurück. Ein ganzes Schuljahr an der Madeira School in Virginia, 15 Meilen (ungefähr 25 km) von Washington D.C. entfernt, ist nun Vergangenheit, aber die Erinnerungen bleiben. Ich habe von Sport Cross Country, Schwimmen und Tennis, über Orchester, über Karaoke, über Reisen, über Prom und Semiformal (ganz ruhig, ich wusste auch nicht, was all diese Dinge waren, bis ich schon mitten drin war) bis zu Sleepovers und Study Parties alles mitgemacht.

Aber der Versuch, mein gesamtes Auslandsjahr mit all seinen Höhen und Tiefen in einem Bericht zusammenzufassen, ist mir schon einige Male misslungen, deswegen habe ich mich entschieden, über meine Cross Country Mannschaft zu schreiben. Diese hat mir den Start in der Schule um einiges erleichtert und durch diese habe ich meine besten Freunde kennengelernt.

Schon bevor ich überhaupt wusste, auf welche Schule ich kommen würde, war für mich klar, dass ich unbedingt Cross Country laufen wollte. Natürlich ist das nicht Jedermanns Sache, einfach stur immer wieder 3,1 Meilen, bzw. 5 Kilometer, zu laufen, aber für mich war es ein Traum !

Um mir diesen Traum zu erfüllen, habe ich dann Ende August an den Try-Outs und einer Woche Pre-Season an meiner Schule teilgenommen. Während dieser Woche war ich mir zwischendurch nicht mehr sicher, ob ich tatsächlich Cross Country laufen wollte. Wir als Athleten hatten ein sehr strammes und anstrengendes Aufbauprogramm zu erfüllen, da die meisten Mädels nach den 3 Monaten Sommerferien nicht in Topform waren, um in die Fall-Saison zu starten. Morgens von 8 bis 10 Uhr mussten alle Athletinnen zum Conditioning (Konditionstraining) auf einer großen Wiese. Natürlich waren die Temperaturen morgens erst bei gut 25 Grad und noch nicht bei 35 Grad, aber trotzdem waren die zahlreichen Übungen wie Kniebeugen, Liegestützen und Sit-Ups nur mit viel Mühe und gegenseitiger Motivation zu ertragen. Von 13 bis 15:30 Uhr ging es dann weiter mit Aqua Training, welches wir nach dem ersten Tag nur noch als Entspannung angesehen haben, weil es im Gegensatz zum morgendlichen Conditioning nicht sehr anspruchsvoll war. Allerdings lag an dieser Stelle der Höhepunkt des Tages noch vor uns: 2 Stunden Team spezifisches Training von 16 bis 18 Uhr, welches für mich 2 Stunden Ausdauer- und Tempoläufe bedeutete. An dieser Stelle kann ich einfach nur sagen, hab ich ein riesiges Glück gehabt. Unser Cross Country Team war vom ersten Moment an hochmotiviert und hatte sein Ziel vor Augen, besser zu laufen als das Jahr zuvor, in dem die Motivation wohl ziemlich im Keller gewesen war. Ich kam also in ein Team, das in vorigen Jahren nicht besonders stark gewesen war, aber welches sich dieses Jahr am Riemen gerissen hat und trainiert hat bis zum Umkippen – im wahrsten Sinne des Wortes. In dieser ersten Woche Pre-Season ist ein komplett neues Team durch Schmerz und Schweiß zu einer richtigen Familie zusammengewachsen. Keine einzige Busfahrt ist ohne gemeinsames Singen vergangen, ob Sieg oder Niederlage: die Motivation blieb, und auch für private oder schulische Probleme wurde zusammen eine Lösung gefunden.

Ich habe mit Cross Country nicht nur den perfekten Sport, sondern auch eine zweite Familie gefunden, die mir den Einstieg ins alltägliche Schulleben sehr erleichtert hat. Wenn man eine Hand voll Mädels kennt, wird man ruckzuck deren Freunden vorgestellt und hat damit den ersten peinlichen Moment vermieden, wenn man beim Mittagessen nicht weiß wo man sich hinsetzen soll.

Paula Drewes, St. Timothy's School, Maryland, 12/13

Ich bin in einer durchschnittlichen Stadt in Deutschland aufgewachsen. Freunde. Familie. Schule. Tennis. Klavier. Ballet. Auch ziemlich durchschnittlich. Ich war nicht unglücklich oder irgendetwas in der Art, aber irgendwann habe ich das Gefühl bekommen, dass es mehr gibt, dass ich gerne erleben möchte. Dann wurde mir klar was diese Gefühl war - Fernweh.

Ich entschloss mich, für ein Jahr ins Ausland zu gehen. Nachdem ich etwas recherchiert hatte, wusste ich, dass in die USA wollte, um dort in einem Internat zu wohnen. Vielleicht was es nur eine Hanni und Nanni Fantasie, aber ich glaube, es war mehr der Wunsch mal ein komplett anderes Leben zu führen als das, was ich zu Hause hatte.

Also ein Jahr später war ich dort, stieg aus dem Flugzeug in Boston aus und dachte: "Ich kann nicht glauben, dass ich das getan habe!" Ungefähr zwei Sekunden später hat ein Mädchen aus Litauen genau das gleiche zu mir gesagt. Während wir zu unseren dorm rooms liefen, wurde mir zum ersten mal klar, dass es auf der anderen Seite der Welt Menschen gibt, die genauso denken wie man selbst.

Als ich endlich in meinem Zimmer ankam, nachdem ich die letzten 24 Stunden nicht geschlafen hatte, warteten meine drei Roommates schon auf mich. Eine der Mädchen kam aus Kroatien und fing sofort an, mir über ihr Leben zu Hause und über alles, was sie bisher über ihr Internat in den USA wusste, zu erzählen, darunter eine genaue Beschreibung ihrer Cheerleader Uniform, die sie schon bestellt hatte.

Der nächste Tag war komplett überwältigend. Ich war inmitten von 167 Schülern, die von überall in der Welt kamen, um ein Jahr an einem amerikanischen Internat zu erleben. Ich glaube nicht, dass ich jemals zuvor so viele Menschen in nur vier Tagen kennen gelernt habe und es dauerte zwar ein wenig, bis ich mich an die neue Situation gewöhnt hatte, aber die meisten Leute waren sehr kontaktfreudig und freundlich, was den Vorgang sehr einfach machte. Ich bin nicht besonders extrovertiert, aber in diesen vier Tagen habe ich definitiv gelernt, eine Unterhaltung mit jemanden zu führen, den ich vorher noch garnicht kannte. 

Als die vier Tage vorbei waren und ich im Flugzeug auf dem Weg nach Baltimore war, um endlich das Jahr an der St. Timothy's Schule zu beginnen, fing ich an, darüber nachzudenken, was ich gerade erlebt hatte. Ich habe über Chinesische Kultur gelernt, zumindest so viel, wie ein Roommate dir erzählen kann, wenn du die ganze Nacht wach bleibst, um über Alles und Nichts gleichzeitig zu reden. Ich habe Menschen aus der ganzen Welt kennengelernt und mich irgendwie mit ihnen verbunden gefühlt, weil wir alle die gleichen Erfahrungen gemacht haben und machen werden und ich habe auch gelernt, dass es eines der wichtigsten Sachen ist, offen zu sein und von den Menschen in seiner Umgebung zu lernen.

Ins Ausland zu gehen gab mir die Chance, einfach ich selbst zu sein, ohne dass meine Familie, meine Freunde oder meine Vergangenheit mich definieren. Es ist so, als würde man sich selbst nehmen und sich in einer komplett anderen Umgebung aussetzen. Du bist auf dich allein gestellt und musst unabhängig sein, aber, mir ein Leben in einem komplett anderem Land als das, in dem ich aufgewachsen bin, aufzubauen, hat mir geholfen, rauszufinden wer ich bin und was ich will.

Sonja Shah, Albuquerque Academy, New Mexico, 11/12

Ich war 2011/2012 durch ASSIST an der Albuquerque Academy in New Mexico und kann sagen, dass es eines der besten Jahre meines Lebens war. Neben der akademischen Erfahrung an einer außergewöhnlichen Schule werden die Freunde, die ich dort kennengelernt habe, immer ein Teil meines Lebens bleiben.

Diesen Sommer wird mich meine beste Freundin aus Amerika wieder in Deutschland besuchen! An der Academy konnte ich sehr interessante Fächer belegen und habe inspirierende Lehrerinnen und Lehrer gehabt. Das außerschulische Programm war überwältigend – ich habe bei Model UN mitgemacht, bei einem Frauenrechtsclub, Cross Country, Swimming und Track and Field, etc.

Auch habe ich viel über die USA gelernt, Mentalitäten und Lebensweise der Menschen dort aufgegriffen. Meine Gastfamilie war sehr nett und hat mich auf mehrere Reisen innerhalb der USA mitgenommen. Ich habe sehr viel an Erfahrungen gewonnen und bin dadurch selbstständiger und erwachsener geworden.

Zurzeit gehe ich auf ein UWC, das Mahindra United World College in Indien, wo ich meine letzten zwei „High School“ Jahre beenden werde. Ich empfehle allen, die raus in die Welt wollen, Menschen und Kultur in einem anderen Land kennenlernen und dabei sich selbst weiterentwickeln wollen, diese Chance zu ergreifen und sich zu bewerben. Es ist wichtig, in einer globalisierten Welt interkulturelles Verständnis aufzubauen, um eine in Frieden vereinte Welt zu schaffen.

Andreas Heilmann, Indian Springs School, Alabama, 11/12

Es ist fast acht Monate her, seit ich die USA verlassen musste. In  Gedanken bin ich immer noch bei meiner geliebten Indian Springs School. Dank der Bemühungen und Unterstützung durch meine Lehrer hatte ich in akademischer Hinsicht ein super Jahr. Sie waren es, die mir dabei geholfen haben, meiner Begabung und meinem Interesse für Chemie und Mathematik gerecht zu werden. Auch wenn die Arbeit hart war, hat sie doch auch immer Spass gemacht. Und am Ende hat es sich ausgezahlt und ich habe die höchsten Noten in den AP Chemie und AP Calculus BC Examen erreicht.

Ich habe nicht nur in akademischer Hinsicht viele Fortschritte gemacht, ich hatte auch die Möglichkeit, mich selbst besser kennen zu lernen. Ich bin dem Chor beigetreten, obwohl ich geglaubt hatte, ich könne nicht singen. Es stellte sich heraus, dass es mir viel Spass machte. Ich nahm auch erfolgreich an anderen künstlerischen Aktivitäten wie z.B. Töpfern und Malen teil.

Neben der Schule, habe ich auch sehr das amerikanische Volk lieben gelernt. Ich habe vor allem ihre Offenheit, ihren Respekt und ihre Fürsorglichkeit geschätzt. Dies betraf sowohl meine Gastfamilie zu Weihnachten, als auch beispielsweise einfach eine Kassiererin im Supermarkt.

Ohne ASSIST hätte ich nicht die Möglichkeit gehabt, diese lebensverändernden Erfahrungen zu machen. Ein großes Dankeschön an Sie, Frau Wegner, für die herausragende Vorbereitungsphase, Ihre Unterstützung, sowie auch die angebotene Hilfe nach unserer Rückkehr, vor allem die Studiums-Orientierung für Ehemalige.

Ich bin stolz, ein Mitglied der ASSIST-Familie zu sein.

Derzeit bin ich zurück an der Schule und nehme bereits an einem college-level Mathematik-Programm teil. Ich freue mich schon darauf, im nächsten Jahr meinen Abschluss zu machen. Hinsichtlich meiner Zukunft ist es mein größter Wunsch, in die USA zurück zu kehren und dort zu studieren. Ich werde Sie über die nächsten Schritte in meinem Leben auf dem Laufenden halten!

Fabian Kunisch, Christ School, North Carolina 11/12

Als ich in die USA flog, reiste ich ins Unbekannte, doch ich lebte mich schnell ein und erlebte Christ School als mein zweites Zuhause.  All jene Erfahrungen, die ich dort gesammelt habe, werde ich nie mehr vergessen. Dieses Jahr mit all seinen Erfahrungen hat mich verändert und in vieler Weise beeinflusst. 

Besonders gut hat mir die persönlichere Bindung  zwischen Lehrer und Schüler gefallen, da ich viele von ihnen auch außerhalb des Klassenzimmers gesehen habe, wie zum Beispiel beim Training als Coach oder als Dormparent. Eine tolle Tradition finde ich, dass jeder einen Advisor hat und dass einmal wöchentlich mit diesem ein Advisor Lunch stattfand.

Ganz besonders toll fand ich die kleinen Klassen in denen der Unterricht viel intensiver gehalten wurde. Hinzu kommt noch, dass ich viele meiner Lehrer sehr gerne im Unterricht hatte, denn ihr Unterricht hat generell sehr viel Spaß gemacht.

In meinem Auslandsjahr habe ich viele neue Eindrücke und Erfahrungen, die mich sicherlich mein ganzes Leben lang begleiten werden und mich auch prägen werden, gesammelt. Aus diesem Grund möchte ich mich sehr herzlich bei Ihnen und der Organisation bedanken. Ich hatte so ein tolles Jahr !!!!

Maximilian Kreß, Episcopal Highschool, Virginia, 10/11

Morgens vermisse ich, mit meinen Dorm-Brüdern zum Frühstück zu gehen, nachmittags vermisse ich vor allem die Auswärtsspiele und die Busfahrten mit den Teams und abends bekomme ich manchmal das Gefühl, ich hätte den 'sign in on dorm' verpasst. Ich möchte mich bei Ihnen und Assist bedanken, für die Möglichkeit, ein so tolles Jahr zu erleben. Ganz bestimmt werde ich mit der ASSIST-Familie in Kontakt bleiben!

Maximilian Kreß